| Chromotherapie

Wie oft haben sie schon Sätze gesagt oder zumindest sagen
hören, wie: “Ich sehe rot”, “Er ist gelb
vor Neid”, oder “Mein Leben ist so grau”. Das
bedeutet, dass wir, wenn auch nicht so augenscheinlich wie
einige Tiere, je nach Gemüts-, und Gesundheitszustand Farbe ändern
können. Wir erröten aus Verlegenheit, erblassen aus Angst,
unsere Haut wird fleckig, wenn wir krank sind und wie ergrauen
im Alter...

In der Tierwelt werden die Farben eingesetzt, um sich zu tarnen,
sei es, um die eigene Haut zu retten, oder im umgekehrten Fall,
seine Beute anzupirschen. Durch Farben wird auch Erregung signalisiert,
wie man während der Paarungszeit beobachten kann, während
derer die Tiere der unterschiedlichsten Arten durch leuchtende
Farben die Aufmerksamkeit einer potentiellen Partnerin auf sich
ziehen wollen.
Bei der Chromotherapie, auch Farbtherapie genannt, geht es um die
Auswirkungen, die Farben auf unseren Gemütszustand und unser
Verhalten haben. Diese Methode ist wissenschaftlich noch nicht vollkommen
anerkannt, aber es ist unumstritten, dass sie sich positiv auf Geist
und Körper auswirkt. Krankheiten werden durch Bestrahlung mit
farbigem Licht behandelt.

Die Chromotherapie basiert darauf, dass der menschliche Körper
aus Atomen (oder atomaren Feldern) besteht, die auf einer bestimmten
Wellenlänge schwingen. Die Farben sollen die Oszillationen
unserer Zellen beeinflussen, Unwohlsein und Krankheiten manifestieren
sich nämlich durch eine Disharmonie der Schwingungen. Farben
wirken harmonisierend auf die Zellen.
Ohne zu sehr ins Detail zu gehen, denke man nur an das angenehme
Gefühl, dass man nach einem Spaziergang in einem herbstlich
gefärbten Wald, wo Grün, Rot, Orange und Braun dominieren
verspürt.
Rot, Gelb und Orange sind warme Farben, die positiv behaftet sind,
man verbindet sie mit Positivität, Einsatz, Wärme und
Enthusiasmus. Sie führen uns dazu konkret und praktisch zu
Handeln. (In manchen Fällen können sie aber auch zu Unruhe
und Bedrücktheit führen).

Braun könnte allein eigesetzt deprimierend wirken, neben
den warmen Farben des Herbstlaubs vermittelt es aber Beständigkeit
und Stabilität.

Und wenn der Herbst dem Winter weicht, der die Welt mir einem
Schneemantel bedeckt, dann dominiert das Weiß, dass gemeinsam
mit Schwarz eigentlich zu den Nicht-Farben gehört. Aber das
Weiß des Schnees und der zugefrorenen Seen und der Gipfel,
die uns umgeben, weist in Wirklichkeit tausende Blauschattierungen
auf.

Weiß steht für Ausdauer und Willen und vermittelt Freude,
Reinheit, und Erneuerung. Es ist eine frische Farbe, die den ganzen
Organismus belebt, was wir zum Beispiel erleben, wenn wir eine
winterliche Schneelandschaft auf uns wirken lassen. Die schneebedeckten
Berge wirken gleicht weicher und weniger furchteinflößend
als im Sommer, wenn die nackten Felsen, wenn auch in den Rosatönen
der Dolomiten gleichzeitig faszinierend und bedrohlich wirkten.

Zu Frühlingsbeginn machen sich unter der Schneedecke immer
größere grüne Flecken breit. Zusammen mit Indigo,
Hellblau und Violett ist Grün mit dem Unendlichen und dem
Transzendentalem verbunden. Sie stehen für Passivität,
Kälte und Distanz aber auch für unendliche Ruhe und das
Nicht-Materielle, Erneuerung und Fruchtbarkeit. Es ist eine freudige
Ruhe, die sich in uns breit macht, wenn die ersten Knospen sprießen.
Sie sind das Symbol für die Wiedergeburt der Natur und auch
unsere Lebensenergie wird wieder angetrieben.

Nach und nach wird der Himmel blauer und die immer wärmer
werdende Sonne bedeckt die Wiesen mit gelben, roten und orangen
Blumen. Aber man findet auch die Farben Rosa und Lila sowie die
verschiedensten Blautönen.

Rot und Violett gelten zwar nicht als therapeutische Farben, nichtsdestotrotz
wirken sie sich positiv auf uns aus. Rosa ist die Farbe der Zärtlichkeit,
der Freundlichkeit und der Romantik, die mit dem Frühling
einhergehen.
Violett hingegen ist eine spirituelle Farbe, sie unterstützt
die Konzentration und die Meditation. Die hellere Variante Lavendel
wirkt beruhigend.
Ebenfalls zu den Frühlingsfarben gehört Orange. Diese “warme” Farbe
entsteht aus der Verbindung zwischen roten und gelben Strahlen, Orange
ist aber nicht so erregend wie rot und nicht so elektrisierend wie
gelb. Diese Farbe hat eine befreiende Wirkung auf die geistigen und
körperlichen Funktionen und unterstützt die Aufnahme und
vorteilhafte Verteilung der Energie. Außerdem hat diese Farbe
eine wärmende, belebende und Stimmungsaufhellende Wirkung.

Im Organismus wirkt diese Farbe auf die Schilddrüse und allgemein
krampflösend, was man sich zum Beispiel zu Nutze machen kann,
wenn man bei einer Bergwanderung einen Krampf erleidet. Zudem stimuliert
sie den Herzschlag ohne dabei den Blutdruck zu erhöhen und
baut die Lunge auf. Farben werden auch eingesetzt um die Muskel,-
und Gewebeneubildung anzuregen.

Dunkelheit und gedämpfte Farben lösen Spannungen und
entlasten das Nervensystem. Der Farbtherapie zufolge werden wir
erregt oder sogar irritiert, wenn wir rotem Licht ausgesetzt sind
und entspannen uns wenn wir von blauem Licht beleuchtet werden.
Grünes Licht wirkt ausgleichend. Schon in der Antike befand
man, dass Farben eine therapeutische und physiologische Wirkung
haben. Im Orient wurden deshalb die Innenwände der Häuser
blau gestrichen, damit sie kühler wirken. Im Mittelalter hingegen
wurden Pockenkranke und jene die unter Hautausschlag litten in
Scharlachrote Tücher gewickelt oder der Raum in dem sie sich
aufhielten mit roten Tüchern verhängt.
Die Farben im Hotel, erhöhen die Gunst
der Entspannung und des Wohlbefindens
Ein antikes Wissen, das heute wiederentdeckt wurde und das sich
vor allem Hotels zu nutze machen, die erkannt haben dass die liebevolle
Einrichtung der Räume und die Wahl der Farben wichtig sind,
um die Entspannung und das Wohlbefinden ihrer Gäste zu unterstützen.
Da in einem Hotelzimmer oft nicht nur geschlafen wird, sondern
sich der Gast dort auch aufhält um zu Lesen, sich zu Unterhalten
und zu Arbeiten, ist der Eindruck, den das Zimmer macht nicht zu
vernachlässigen.
Wenn das Zimmer sehr hell ist, kann man sich bei der Wahl der
Einrichtungsgegenstände auch für dunkle oder grelle Farben
entscheiden, die aber immer von anderen als der dominierenden kompensiert
werden müssen. Ist das Zimmer eher dunkel, sollte man helle
und fröhliche Farben einsetzen, verschiedene Lichtpunkte schaffen
und lieber auf eine einzelne zentrale Lichtquelle verzichten. Handelt
es sich um ein kleines Zimmer, kann man durch leichte Vorhänge
und Spiegel bewirken, dass das Zimmer größer wirkt.
Dunkle Möbel können schwer wirken und sollten durch
helle Töne aufgelockert werden. Ist das Zimmer weiß eingerichtet,
wird dies als kalt und unfreundlich empfunden und sollte deshalb
mit Kerzen und Kissen in warmen Farben sowie Bildern oder zum Beispiel
einem kunstvollen Bettüberwurf wohnlicher gestaltet werden.
Was das Bett angeht, so sollte man sich dabei natürlich an
die Prinzipien der Farbtherapie halten, außerdem sollte das
Kopfende immer an der Wand lehnen.
Bei Einrichtungsfragen kann man die Prinzipien der Farbtherapie
gut mit der chinesischen Lehre des Feng Shui verbinden. Feng Shui
ist bedeutet Wind und Wasser und ist mehr als 3000 Jahre alt. Es
geht darum den Raum harmonisch zu gestalten, damit man sich dort
wohl fühlt und darin Energien tanken kann. Für einen
guten Schlaf muss man darauf achten, vom Bett sowohl Türen
als auch Fenster im Blickfeld zu haben, andererseits wäre
man einer eventuellen Bedrohung schutzlos ausgeliefert. Dieses
Wissen würde unseren Schlaf stören.
Die Umgebung in der der Mensch lebt beeinflusst sein Wohlbefinden
nachweisbar. Die Farbe der Räume und deren Aufteilung können
dazu beitragen, dass man mentale Ordnung schaffen kann und so Platz
für neue Ideen und positive Umstände macht. Die Chromotherapie
ist eine sanfte Heilmethode, deren positive Effekte sofort eintreten,
ohne dass dabei unerwünschten Nebenwirkungen eintreten.

Foto: Vicinanza Marco, Paul Erlacher und Archiv Casanova |