Die Hexensessel in Völs

Die Hexensessel sind nicht zu verwechseln mit den Hexenbänken,
für die es seit geraumer Zeit eine wissenschaftliche Erklärung
gibt und die sich im Schlerngebiet großer Beliebtheit erfreuen.
Die mysteriösen Hexensessel, die im Wald eingebettet sind
präsentieren sich an regnerischen und nebeligen Herbsttagen
am stimmungsvollsten aber es wird geraten sich ihnen vorsichtig
zu nähern ohne die Aufmerksamkeit der Waldbewohner auf sich
zu ziehen.
Die Hexenbänke befinden sich an einem herrlicher Aussichtpunkt
auf ca. 2000 m, der aber im Winter nur schwer zu erreichen ist.
Unsere Hexensessel hingegen sind tiefer gelegen (ca. 1200 m) und
deshalb auch im Spätherbst und Frühling problemlos erreichbar.
Aber auch dieser Ort hat seine Eigenheiten: die tonnenschweren
Porphyrblöcke aus denen die Hexensessel gemacht sind lösen
sich nämlich von Zeit zu Zeit in nichts auf. Aber keine Sorge, wir
haben die Auflösung des Geheimnisses der Hexensessel parat:
der Wanderweg der zu den Sesseln führt ist schön und
leicht: man folgt der Markierung Nr. 8 von Kastelruth, vorbei an
der Höfegruppe Tiosels. Das Ziel dieser Wanderung ist nämlich
die wahre Magie dieses Ortes zu entdecken, sich in unbekannte Welten
vorzuwagen und so tun als ob man die Blicke der Waldgeister nicht
wahrnehmen würde.
Falls sie fit sind und die Herausforderung nicht scheuen können
sie den Puflatsch weiter bezwingen und bis zu den Hexenbänken
wandern. Seien sie vorsichtig, denn die zwei Namen werden oft verwechselt
und nicht jeder weis, das es auf dem Schlerngebiet unzählige
Orte gibt an denen die Hexen zusammen kommen. Schuld daran ist
ein reicher Gutsherr der hier im Hochmittelalter gelebt hat. Der
Sage nach, hatte er die Angewohnheit Töchter aus gutem Hause
zu ehelichen, tötete sie sodann und warf sie in einen Brunnen.
Eines Tages verbündeten sich die Bräute mit dem Dämon
und kamen als Hexen in das Schlerngebiet zurück. Ob sie daran
glauben oder nicht: wenn sie sich auf die Suche der berühmten
Sessel machen wollen, unternehmen sie die Wanderung niemals bei
drohenden Gewittern oder lassen sich von einem überraschen.
Es ist nämlich schon vorgekommen, dass die Sessel für
mehrere Tage oder gar Wochen unauffindbar waren, und mit ihnen
ahnungslose Wanderer.
Empfehlenswert
wenn Zeit übrig bleibt kann man eine Wanderung von
Kastelruth nach Seis, vorbei am Sankt-Valentins-Kirchlein machen.
Noch bevor man die Straße, die zur Alm führt überquert
flankiert der Wanderweg eine Wiese. Hier wird der Opfer der Pestepidemie
von 1636 gedenkt, die hier in einem Massengrab beigesetzt wurden.
Foto: Zeichnung F. Viola |