Frischen Fisch im Schnemeer genießen
- Emilio Comici Hütte (Gröden)

Unterhalb der Korallenberge erstrecken sich auf einer Meereshöhe
von fast 2.200 m eine Hochebene die einst eine Art Untersee-Abhang
im Ozean darstellten. Viel Zeit ist vergangen seit sich hier, wo
jetzt die Steinerne Stadt ragt, Haie und andere Meeresbewohner
tummelten. Aber die (immer frischen) Mittelmeerfische scheinen
sich hier oben wohl zu fühlen. Das mag daran liegen, dass
keine Haifische mehr hier leben und die einzigen Katzen die man
antrifft sind die Schneekatzen und die machen sich bekanntlich
nichts aus Fisch.

Es läuft immer nach demselben Schema ab: anfänglich
sind die Leute skeptisch und einige rümpfen sogar sichtlich
die Nase, dann stecken sie die Visitenkarte ein und reisen letztlich
aus allen Landesteilen und auch von außerhalb an um auf 2.154
m ü.d.M. köstliche Fischgerichte zu genießen. Entfernungen
sind heutzutage relativ, was zählt sind die Fähigkeiten
des Chefs und die Fische fühlen sich hier mittlerweile zu
Hause, würde man sie nicht mit der Seilbahn oder der Schneekatze
hochbringen, kämen sie glatt selbst den Fluss entlang hoch
in dieses Schneemeer. Ein Anreiz für einen Besuch der „Fischhütte“ ist
zweifellos auch das exotische Ambiente: Zuerst isst man oberhalb
der Baumgrenze Meeresfisch und dann geht es mit der Rodel oder
der Schneekatze talwärts. Aber in Wahrheit ist der Fisch der
hier angeboten wird wirklich hervorragend. Das kann an der Höhenluft
liegen, welche die Geschmackspapillen befreit und den Gaumen verfeinert.
Die Krönung eines jeden Fischmahls ist natürlich der
Wein, normalerweise serviert man zu Fisch Weißwein, aber
die Sommeliers erlauben manchmal sogar einen Rose oder Rotwein.
Mit ein bisschen Vorstellungskraft kann man erkennen, dass die
Dolomiten, genau wie in der Laurin-Sage sich im Abend- und im Morgenrot
wieder in einen Rosengarten (oder ein Korallenriff) verwandeln
und dann werden sie wieder von Clownfischen, Mantarochen und Seesternen
bevölkert. Nein, sie schauen nicht gerade „Auf der Suche
nach Nemo“, sondern erleben die wahre Geschichte dieser Berge
die sich von der Nacht zum Tag und umgekehrt, erneuern. Probieren
sie es selbst und nach einem delikatem Seebarsch und einer würzigen
Miesmuschelsuppe kann man Seesterne fangen, die hier zu tausenden
im Himmel sichtbar sind und die Vereinigung von Berg- und Meereswelt
auf sich wirken lassen.
Empfehlenswert
Die
schönsten Sagen aus dem Grödnertal
Info
Plan de Gralba 24
39048 Wolkenstein in Gröden (BZ)
Tel. 0039 0471 794121 - Fax 0039 0471 794249
www.pizsella.com
Foto: Archiv Piz de Sella Spe |