Die Villanderer Alm
Ich errinnere mich an einen Septembertag vor einigen Jahren. Die
letzte Tour einer langen Saison als Bergführer. Besonders
gut errinnere ich mich an eine Frau der Gruppe, eine hartnäckige
Wandererin, dürr wie eine indische Kuh. Eine von jener Sorte
denen man Steine im Rucksack verstecken muss, um die anderen
Gruppenteilnehmer nicht zu entmutigen. Sie redete ständig, über
Dies und Jenes, über alle Enttäuschungen, die ihr ihr
Leben bereitet hatte, über ihren abwesenden Ehemann und
ihre Kindern die sowieso ihren eigenen Weg gingen. Um uns waren
die weiten Räume der Villanderer Alm und der Stille Rahmen
der Berge Richtung Osten. Sie sprach also weiter über ihr
Leben und wir bangten um unsere Ruhe. Bis wir, viel zu einfach,
das Gasteiger Joch erreichten, “eine Begegnung mit der
Stille des Westens”, wir haben unsere Rucksäcke abgelegt,
ein paar Decken auf dem Boden ausgebreitet und uns hingesetzt.
Dann haben wir sie gesehen, die zähe Frau. Sie saß da
mit lächelnden Augen und einem unvergesslichen Tag in ihrem
und unseren Leben.
Landkarte
Kompass 56
Gesamtbewertung: 
Streckenlänge: ca. 7 km
Gehzeiten: 4 Std.
Höhenunterschied: 450 m
Schwierigkeitsgrad: leicht
Route und Kennzichnung: Weg Nr.
0: Gasserhütte – Moar in Plun (1.860 m) – Gasteiger
Sattel (2.056 m) – Sattelberg (2.161m) - Gasteiger Sattel
(2.056m); Weg Nr. 7:– Wiedner – Erdstall – Kaser
(1.742m) – Gasserhütte
Anhaltspunkte: Moar in Plun,
Erdstall
Zufahrt Ausgangspunkt: Gasser-Hütte
(1.744m), von Villanders aus zugänglich (Eisacktal)
Besonders geeignet für: für
jene die Lust haben ein bisschen Freiheit einzuatmen, wer sich
neben dem Wandern noch unterhalten können will
Nützliche Nummern: Gasser-Hütte
0472 843510
Tourismusverein Villanders 0472 843121
Empfohlene Zeit: September-Oktober
(von Juni bis November zugänglich)
Sehenswert: die sumpfigen Wiesen
der Villanderer Alm, die herrliche Aussicht auf die westlichen
Dolomiten (Seiser Alm, Geißler, Schlern)
Beschreibung: Die Villanderer
Hochebene erreicht man von der Gasser-Hütte aus auf einer
kaum ansteigenden Forststrasse. Bei Moar in Plun angelangt geht
man, immer auf einem Forstweg, weiter Richtung Westen bis man den
Gasteiger Sattel erreicht. Den Sattelberg kann man querfeldein
errichen. Dann geht man den selben Weg zurück zum Gasteiger
Sattel und weiter bis zur Abzweigung nach Erdstall. Man folgt der
Kennzeichnung und kommt durch einen Zirmwald bis zur Jausestation
und dann auf den gekennzeichneten Wegen bis zum Kaser. Von hier
kommt man in wenigen Minuten zurück zur Gasser Hütte. |