Fanes-Alm
Lebensraum
Die Fanes-Alm umfasst das südliche Gebiet des Naturparks
Fanes-Sennes-Prags, der wahrscheinlich den landschaftlich und ökologisch
interessantesten Teil der zentral-östlichen Dolomiten
ausmacht, da es von eigänglichen Karsterscheinungen charakterisiert
ist.
Die Fanes-Hochebene, vor allem die Kleine Fanes-Alm (Pices
Fanes) präsentiert sich wie ein halbkreisförmiges
Tafelland mit einer Höhe zwischen 2000 und 2500 m. Die
oberflächlichen Gewässer verschwinden schnell in
den Felsspalten, Dolinen und Karstbrunnen, um dann als Quellen
oder Rinnsale wieder aufzutauchen die die Tümpel und Teiche
speisen welche sich in den Jahrtausenden an den Füßen
der abschüssigen Felsstufen oder in der Nähe von
Moränenablagerungen gebildet haben. Die Vegetation steht
unter dem Einfluss des säurehaltigen Bodens: auf den typischen
Weiden auf den nivalen, subnivalen und alpinen Ebenen mit armen,
kalkhaltigen Nährboden gedeihen nur Schwingel (festuca),
Fingerkraut (potentilla), die von einzelnen aber beeindruckenden
Exemplaren von Lärche und Zirm abgewechselt werden. Durch
das Tamers Tal kommt man in dieses Gebiet, dass sich wie ein
langes Kiesbett darstellt das von Geröll durchsät
ist der vom Geschiebe der Gletscher und vom Sand und Schotter
der Flussablagerungen kommt. Der untere Teil ist von einem
Rottannenwald (einzelne Weißtannen) bedeckt. Wenn man
aufsteigt stößt man auf spärliche Föhren-
und Lärchenwälder in deren Unterholz Erikas und Rhododendren
wachsen.
Arten
Die
dichten Latschenkieferhaine des Tamers Tals beherbergen in
den abgeschiedensten und unzugänglichsten Teilen immer
noch vom einer kleinen Spielhahnbevölkerung, während
in den Föhren- und Lärchenwäldern Buntspechte
und Schwarzspechte anzutreffen (wahrscheinlich auch der Dreizehenspecht)
sind. Sperlings- und Rauhfusskäuze nisten sich in deren
verlassene Brutplätze ein. Hier leben auch der Sperber,
der gefährlichste Räuber für die zahlreichen
kleinen Sperlinsvögel (Tannenmeise, Haubenmeise, Wintergoldhähnchen,
Birkenzeisig, Bluthänfling). Die Weiden der Fanes-Alm
beherbergen zahlreiche Ringdrosseln, Steinschwätzer, Wasserpieper
und Hausrotschwänze, die letzteren leben, wie auch die
Schneefinke und die Alpendrohlen vor allem bei den Siedlungsgebieten
der Menschen, wo ausreichend Nahrung für sie abfällt.
Die kargen Wiesen in der Nähe von Felswänden sind
das Jagdgebiet des Turmfalken, der in den Felsen auch hortet.
Die Steinadler jagen Murmeltiere und Gämse. Man kann hier
auch leicht auf kleine Kolkrabengruppen oder auf Tannenhäher
die von den Zirmwipfeln Ausschau halten. Auch wenn es hier
viele Alpenschneehühner gibt bekommt man diese scheuen
Tiere nur selten zu sehen. Dasselbe gilt für den Mauerläufer
mit dem unverwechselbaren flattrigen Flugstil. Eine Besonderheit
der Fanes-Alm sind die Gebirgsstelzen und die Wasseramseln
die sich in der Nähe von Gebirgsbächen aufhalten,
die auch von dem Flußuferläfer aufgesucht werden.
Zufahrt
Das Fanes-Gebirge wir von Bozen aus über die Autobahn
A22 Modena-Brenner erreicht. Von der Autobahnabfahrt Brixen
fahrt man die Pustertalerstraße (SS49) ein. Bei der
Ortschaft Pflaurenz kurz vor St. Lorenzen biegt man rechts
ab und fährt weiter nach Enneberg. Hier fährt man
in das Tamers-Tal das man bis nach zur Pederü-Hütte
hochfährt wo man das Auto stehen lässt. Von hier aus zu Fuß bis zur La Varella-Hütte
(Fahrzeit ungefähr 2 Stunden).
Es wird empfohlen auf der Hütte zu übernachten
und am Frühen Morgen aufzubrechen. Der Aufstieg zur
Kleinen Fanes Alm kann in einem Tag bewältigt werden
und erfordert eine normale Bergsteigerausrüstung. Rechts
von der Schutzhütte schlägt man den Weg 13 ein
der an den eindrucksvollen Kalktreppen des „Murmeltierparlaments“ vorbeiführt
und geht ihn bis zur ersten Abzweigung hoch. Hier biegt man
links ab und hält sich an den Weg Nr. 7, welcher die
Kleine Fanes-Alm durchquert. An der Wegweisung mit den Hinweisen
zum Sas d’la Crusc und zu der Schutzhütte geht
man den letzteren, welcher mit der Nummer 12 gekennzeichnet
ist, an den Weihern Lé Parom und Lé Vert vorbei,
und steigt in die Ebene bis zur La-Varella-Hütte hinab.
Wann
Die empfohlene Zeitspanne für diese Tour hängt
gezwungenermaßen mit den Öffnungzeiten der La
Varella-Hütte zusammen die von Juni bis Oktober reicht.
Die frühen Sommermonate sind wegen der Blütezeit
der alpinen Weiden sehr für diese Wanderung zu empfehlen.
Von einer Tour im Sommer wird wegen des starken Touristenandrangs
abgeraten.
Nüzliche Adressen
Amt für Naturparke und Naturschutz der Provinz Bozen,
Tel. 0471/994300
Tourismusverein St. Vigil in Enneberg, Tel. 0474/501037.
La-Varella-Hütte, Tel. 0474/501079
Pederü-Hütte, Tel. 0474/501086.
Fanes-Hütte, Tel. 0474/501097. |