Von Innichen nach Lienz mit dem
Fahrrad

Manchmal können Flüsse eigenwillig sein. Normalerweise
fließen sie über die Berge herab, um dann in ein Meer
zu münden. Die Strecke verläuft (immer eben oder abschüssig)
entlang der österreichisch-italienischen Grenze. Sie bietet
nicht nur ein Vergnügen für die ganze Familie: es ist
ein Ausflug auf dem Dach Europas, dort, wo die Flüsse noch
das machen, was sie wollen.

Der 11-jährige Diego beschreibt im Brustton der Überzeugung
diesen Ausflug so, wie er das im Erdkundeunterricht gelernt hat: “Mit
Mami und Papa unterwegs mit dem Fahrrad haben wir Europa umarmt!“ Und
wie könnte man ihm auch widersprechen? Innichen befindet sich
nämlich direkt an der Wasserscheide des Mittel-Schwarzen Meers.
Weiter in Richtung Toblach müssen die Flüsse Drau und
Rienz die Entscheidung fällen, in welche Richtung sie fließen
wollen und nachdem sie einige Zeit eng nebeneinander herfließen,
schlägt jeder einen anderen Weg ein, der ihn jeweils durch
halb Europa führen wird. Auf der Landkarte erkennt man, dass
die Etsch, die Adria, die Donau und das Russische Meer, Europa
in eine Umarmung schließen.
Aus diesem Blickwinkel betrachtet, wird dieser Ausflug nicht nur
zu einem unvergesslichen Erlebnis für die Kinder, da man nicht
nur den kleinen Nebenflüssen nachradelt, sondern auch die
Grenze Österreich/Italien überschreitet und somit aufs
Neue die Welt entdeckt wird. Man kann diesen Ausflug nehmen, wie
man will. Entweder wie Gino Bartali, einer der erfolgreichsten
und populärsten Radrennfahrer Italiens oder aber auch nur
den Bächen lauschen und die Natur beobachten. Die typischen
Dörfer mit den weidenden Kühen an sich vorbei ziehen
lassen und ab und an halt machen und sich über die fast gänzliche
Abwesenheit von Autos freuen.
Die Strecke ist insgesamt 42 km lang und wenn es nicht bergab geht,
gleicht die Steigung von maximal 4% den Höhenunterschied von
506 m aus. Außerdem findet man am Radweg entlang nicht nur
Raststätten, sondern auch Reparaturdienste.
Den Rückweg kann man auch mit dem Zug antreten und so wird
diese Fahrradtour zu einem stressfreien Tagesausflug.
Und auf die Frage, ob es ihm wohl auch gefallen hat, antwortet Diego,
dass dieser Tag nicht nur für ihn der schönste Tag seiner
Ferien war, sondern auch für seinen Papa.
Empfehlenswert
Im Sommer können Langläufer auf dieser asphaltierten
Strecke mit dem Skiken (Langlaufen auf Rädern) üben.
Foto: Tourismusverband Hochpustertal / Helmuth Rier |