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Die Grödner Tracht

Die Grödner Tracht gehört zu den schönsten und schmuckvollsten der gesamten Region, aber auch sie hat seit einigen Jahrzehnten ihre Funktion als Alltagskleidung verloren und wird nunmehr nur mehr zu wichtigen Ereignissen wie religiösen Prozessionen, Volksfesten, hohen Feiertagen, Umzügen und immer seltener als Hochzeitskleidung getragen. In den vergangenen Jahrhunderten, als der Großteil der Grödner Bevölkerung noch bäuerlich war, fiel die Tracht noch sehr schlicht aus. Im Unterschied zu anderen Südtiroler Tälern änderten die Grödener ihre Tracht aber oft und gerne. Seit die Möglichkeiten bestehen die Welt zu bereisen und neue Dinge zu sehen übernahm man wertvolle und ausgewählte Details aus anderen Ländern. Die originale französisch-bajuwarische Tracht wurde also mit unterschiedlichen Elementen bereichert.

Die Kleidung unterschied sich außerdem je nach Alter und dem Famlienstand des Trägers. Zu wichtigen Fesstagen oder Ereignissen trugen alle einen schwarzen Hut mit Quaste, “Cneidl” gennant, einen schwarzen Mantel, die “Bagana”, einen Gürtel mit Pesaden und einen Fellmuff. Bei den Frauen konnte man anhand der Frisur erkennen ob sie ledig oder verheiratet waren. Verheiratete Frauen trugen ihr Haar in einem Knoten im Nacken, der von einer Haarnadel, einem Kamm und einem breiten schwarzen Seidenband zusammengehalten wurde, Mädchen hingegen trugen Zöpfe. Ein anderes Unterscheidungsmerkmal war das gelbe Spitzentuch, das verheiratete Frauen auf der Brust trugen, bei den unverheirateten war dieses rot. Auch beim “Perstuach”, einem dreieckigen, bestickten Tuch gab es Unterschiede, aber es wurde unabhängig vom Familienstand von allen Frauen über dem Lätzchen getragen, es wird von einer goldenen Schnur festgehalten. Während der Trauerzeit trugen alle Frauen eine schwarze Schürze und einen schwarzen Fransenschal, ein schwarzes Band um den Hut und ein violettes Dreieck.

Für jedes Kleidungsstück galten bestimmte Regeln, die alle zu befolgen hatten. Fast alle Trachtenhüte des Alpenraums sind sehr ähnlich: grün, gelb oder schwarz mit einer breiten Krempe, einem breiten Band und vor allem vielen Federn. Großer Beliebtheit erfreuten sich auch eine Art Zylinder mit einer schmaleren Krempe und einer Schnur mit Bommel, der an Festtagen golden und ansonsten schwarz war. Die grünen Hosenträger aus Stoff wurden über der Weste getragen. Heute werden die Hosenträger von den verheirateten Männern unter einer Weste im Blumenmuster und von den ledigen über einer roten Weste getragen. Schon im 18. Jahrhundert wurden die Ledergürtel mit kleinen Bleinägeln verziert, später dann mit Federkielstickereien, wie es vor allem im Sarntal üblich ist.


 
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