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Die weiße Schlange


Die grünen Weiden von Fodera Vedla unweit von St. Vigil sind im
Sommer heute noch das Ziel der Hirten und Herden aus dem ganzen Tal. Die Kuhglocken schellen hier im Einklang mit der zauberhaften Schönheit der intakten Natur.

Doch es gab auch eine Zeit, zu welcher es auf diesen schönen Wiesen von Giftschlangen derart wimmelte, dass nur die mutigsten unter den Hirten wagten, ihre Herde bis hinauf auf den Sas dla Pera zu führen.

Auch sonst machten die kriechnden Tiere den Bauern das Leben zur Plage. Sie schlichen sich bis in die Ställe hinein, um sich an der Kuhmilch satt zu trinken.
Von der Angst, gebissen zu werden, angestachelt, entschlossen sich die Hirten endlich, den Hexenmeister in St. Vigil um Hilfe zu bitten. Einen vollen Korb mit magischen Kräutern und Pulvern am Arm, wanderte der Hexenmeister nach Fodla Vedla.

Bei Einbruch der Dämmerung, von einem brennenden Reisigbündel
hockend, murmelte er die geheime Beschwörungsformel vor sich hin. Und siehe da, die Vipern krochen aus ihren Verstecken hervor, wagten sich bis ans Feuer heran und verbrannten in elender Weise. Plötzlich und ehe er sich’s versehen konnte, wurde der Hexenmeister von einer dicken weißen Schlange, geschmückt mit einer seltsamen Goldkrone,
angegriffen. Sie riss ihn mit sich ins Feuer, in dem sich eng umschlungen den Tod fanden. Am nächsten Morgen, als die Hirten nach dem Hexenmeister Ausschau hielten, fanden sie nur die von Gift durchtränkte Asche vor. Einer aber, sah genauer hin. Er fand die kleine Goldkrone und lebte fortan als reicher Mann.


 
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