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Dindia


Die letzten Sonnenstrahlen schimmern golden durch die
Schießscharten im Turmsaal.

Am langen Tisch sitzt ein junger Ritter der anmutigen Edelfrau Dindia gegenüber.

Er hat ihr soeben berichtet, daß er auf der Suche nach dem verschwundenen Schatz, der ihm die Gunst der schönen Schlossherrin in Abtei sichern soll, bis zum Wald bei Lamarida vorgedrungen ist.

Traurig lächelnd weiht ihn Dindia in ihr bislang wohlbehütetes Geheimnis ein: ‚ich bin Gefangene des bösen Zauberers, der mir den Schatz einst schenken wollte.

Da ich mich jedoch hartnäckig weigerte, ihn zu ehelichen, hat er mich in diesem Schloss eingekerkert und einen schrecklichen Drachen zu meinem Leibwächter und Behüter des Schatzes bestellt, der in der Grotte zu Füßen des Schlosses vergraben liegt.“

Vor Rührung ob Dindias Schicksal ergriffen und vom Eifer beseelt, die Geliebte durch das kostbare Geschenk zu gewinnen, machte sich der Ritter am nächsten Morgen zur Grotte auf. Der feuerregnenden Wut des Drachen begegnete er mit seinem langen Schlachtschwert, das er mit beiden Händen führte. Wohl gelang es ihm, Dindia von Ihrem Bann zu befreien. Allein, er musste seine Heldentat mit dem Leben bezahlen.

Kaum war er in den Armen der Edelfrau den tödlichen Wunden
erlegen, da stürzte sich die Schlossherrin von Abtei mit einem
markdurchdringenden Schrei auf seinen toten Körper. Die Blicke der beiden Frauen maßen sich, kein Wort kam von ihren Lippen.Die leblose Gestalt ihres Eretters mit letzter Kraft auf ihr weißes Pferd gebettet, verschwand Dindia im Wald. Für immer.


 
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