Testatina

GESCHICHTLICHER ÜBERBLICK


Ein ganzes Jahrhundert lang, von 1564 bis 1665, erfährt Tirol eine Art Unabhängigkeit mit Innsbruck als reicher und emanzipierter Hauptstadt. Dies war möglich geworden, als der müde und verbitterte Kaiser Ferdinand II. entschloss sein Reich unter seinen drei Kindern aufzuteilen. Tirol und damit auch das „Land in den Bergen“ sah sich in die Rolle eines Gebietes von europäischer Wichtigkeit versetzt. Im Jahre 1618 wurde Erzherzog Leopold V. zum Verwalter Tirols ernannt und später wird er sich den Titel des Landesfürsten erschwindeln. Bei seinem Tod im Jahre 1632, übernimmt seine Witwe Claudia de’Medici, die Tochter des Großfürsten der Toskana, die Herrschaft im Namen ihres vierjährigen Sohnes Ferdinand Karl. Während dieser Zeit bringt Claudia de‘ Medici, mit Hilfe von erfahrenen Beratern, Tirol einen erheblichen Wohlstand, auch wenn gerade zu dieser Zeit der verheerende Dreißigjährige Krieg ausbrach. Es ist bekannt, dass die Landesfürstin den Bozner Händlern besondere Privilegien gewährt hatte. Sie hat die Bozner Messen mit einem eigenen Merkantilmagistrat, einem Sondergericht in Handel- und Wechselsachen ausgestattet, das unter anderem die Gleichberechtigung zwischen Italienern und Deutschen zu regeln. Schon im Mittelalter waren die Märkte in Bozen unter den wichtigsten in Tirol. Hier trafen sich Händler aus Rovereto, Trient, Verona, Mailand, Lucca, München, Nürnberg, Basel, St. Gallen, Augsburg und Memmingen. Die Dinge ändern sich mit der Herrschaft Ferdinand Karls (1646 – 1662), der als ein genusssüchtiger und unfähiger Fürst und mit dem jähen Tod seines Bruders Sigismund Franz (1665) als der letzte Nachkomme der Tiroler Linie der Habsburger erinnert werden wird. So geht diese Zeit der Unabhängigkeit zu Ende, und das Land gerät wieder unter die direkte kaiserliche Hegemonie.

Es war dies, auch aufgrund der Österreichischen Monarchie, die zwischen Kriegen und Schlachten gegen die Häretiker, von einer Krise in die andere schlittert, eine recht unruhige Epoche. Philipp II. von Spanien (1527 – 1598), der fanatische „defensor fidei“ hat seine Verwandten des Hauses Habsburg dazu angestiftet sich die Ideale der Gegenreform und der katholischen Orthodoxie mehr ans Herz zu nehmen. Auch zahlreiche Prediger und Gelehrte von erheblichem Prestige unterstützten diese Sache. Darunter der Tiroler Jesuitenprediger Georg Scherer, der auf den Wiener Hof Einfluss nahm. Aber in den meisten Gebieten des Reiches konnte der Katholizismus nur schwer Fuss fassen und auch der Protestantismus hat es in Österreich nie geschafft haben eine starke und einheitliche Organisation einzurichten. In den dreißiger Jahren des 17. Jahrhunderts, war allen klar, dass der Kampf gegen die Protestanten keinen Aufschub dulden konnte, da der Beitritt zur Katholischen Kirche gleichbedeutend mit Loyalität zu dem Herrscherhaus war. Der Kampf endete in einem Triumph, als Ferdinand II. das Veranlasste der Kirche alle Güter die sie vor 1555 besessen hatte zurückzugeben.

Die Römische Kirche hielt ihr wachsames Auge über diese Machenschaften. Aber diese anhaltende Liebschaft mit dem Hause Österreichs, hielt Josef I. (1678 – 1711) nicht davon die Österreichischen Interessen in Italien zu vertreten und Papst Klemens XI. den Krieg zu erklären. Der Kaiser überquerte im Frühjahr 1708 die Alpen. Es war sicherlich kein Spaziergang, aber am Ende gingen die Habsburger als Herrscher über die gesamte Halbinsel hervor. Als Karl VI. es 1720 schaffte Sizilien zu seinen Besitztümern zählen zu können, rühmte er sich nach 570 etwas mit glorreichen Reich der Hohenstaufer vergleichbares erschaffen zu haben.

Zurück ins 17. Jahrhundert, verspricht die zweite Hälfte des Jahrhunderts aufgrund der Folgen der Gegenreformation, die nach dem Konzil von Trient (1545-65) einsetze, lebhafter zu werden. Von besonderer Wichtigkeit war die Rolle der Kapuzinermönche, die wegen der Leidenschaft die sie in ihre Predigten gaben bekannt waren. 1593 hatte Erzherzog Ferdinand von Tirol eine Gruppe nach Innsbruck gerufen, aber ihre Zahl stieg stetig und in dieser Zeit wurden nur im Raum Tirol 18 Franziskanerklöster gegründet. Die Hälfte davon wurde in Südtirol errichtet. Das erste wurde in Bozen auf den Fundamenten der Stadtburg Wendestein gebaut (1599). Darauf folgten jene in Neumarkt, Bruneck (1626), das Sommerhospiz in Neumarkt (1631), Eppan (1638), Schlanders (1643), Lana (1648) und Klausen (1699). Die Beliebtheit des Kapuzinerordens ist auf ihren spartanischen Lebensstil zurückzuführen. Sie drücken damit ihre Nähe zum einfachen Volk aus, sind aber gleichzeitig dem Prunk der Höfe nicht abgetan. Franziskaner, Augustiner, Jesuiten und Kapuziner haben sich überall ohne große Schwierigkeiten verbreitet. Neben jenen der Kapuzinerorden sind in Südtirol weitere Klöster wie die Sonnenburg im Pustertal (1785 aufgelöst), in die der Tiroler Adel die Mädchen, die für das klösterliche Leben bestimmt waren schickte; die Augustiner haben die Klöster in Neustift bei Brixen und in Gries (Bozen) ausgebaut; die Ursulinen, die aus Innsbruck kamen, konnten nach einigen Wechselfällen erst 1741 das Kloster in Bruneck mit Mädchenschule eröffnen. Viele hatten sich gegen diesen Bau gesträubt, da sie um die örtliche Wirtschaft bangten. Aber der Bischof, Ignaz von Künigl, hat ihnen die Errichtung des Klosters, am einzigen Platz der Kleinstadt, letztendlich erlaubt.

Die Habsburger hatten, wie viele andere katholische Herrscher der Zeit, kirchliche Berater. Leopold, Kaiser von 1657 bis 1705, suchte beim Franziskaner Ippolito da Pergine Beistand, der nebenbei bemerkt ein hervorragender Musiker war. Mit dieser Rückendeckung wird er für den Klerus einfacher die Gründung von neuen Klöstern und den Bau von Kirchen und Kapellen zu veranlassen und die Finanzierung von alten klerikalen Gebäuden und die immer prunkvoller werdenden Messen zu erreichen. In diesem Zusammenhang, beginnt in allen Bereichen der Bildenden Kunst, die Entwicklung des so-genannten barocken Stils. Das in Italien entstandene Phänomen breitet sich bald in ganz Europa aus. Die wichtigsten Vertreter des frühen Italienischen Barocks waren Bernini und Borromini im Bereich der Architektur, wiederum Bernini im Bereich der Skulptur und Pietro da Cortona in der Malerei. Diese Strömung ist eine Reaktion auf die Spätrenaissance, auf den Manierismus und auf jene phantasielose künstlerischen Auswüchse, die gegen Ende des XVII Jahrhunderts entstanden.

Die innovativen Kräfte zeigen auch in Südtirol ihre Auswirkung. Es kommt zur Beseitigung der schwerfälligen und manchmal düsteren Feierlichkeit in der Architektur. Die neuen Architekten sind damit beschäftigt Kirchen und Ansitze mit den Elementen jener fröhlich-prunkvollen Gespreiztheit aufzuwerten, die damals an den Höfen und Ansitzen Einzug hielten.

Die Katholische Kirche hegte indes die Hoffnung den verhassten Protestantismus mit dieser Kunst voller Metaphern und ornamentalem Reichtum, welche die Gläubigen in Staunen versetzen und zurückgewinnen sollte, zu übertrumpfen.

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