Testatina
Pantoffel Fellhof Trendy
€ 48,00
€ 39,00

ARCHITEKTUR


In den ersten Jahrzehnten des Jahrhunderts sind keine großen Ereignisse im Bereich der Architektur zu verzeichnen. Nach dem Frieden von 1815 hat nur der Staatsorganismus die Befugnis sakrale Bauten zu errichten und instand zu halten. In Bozen entwickelt 1822 der Stadtplaner JOHANN ANTON UHRER das Projekt der Rentscher Kirche und 1827 jene, die dem Seligen Heinrich geweiht ist. Wiederum in Bozen nimmt sich STEPHAN STAUDACHER der Projekte der Voltoni-Häuser am Obstplatz in Bozen (1825) und der Umänderung der St.-Andreas-Kirche am Kornplatz (der späteren „Pension Überbacher“ ,1829) an. Der aus Tristach bei Lienz stammende ALOIS MUTSCHLECHNER hat 1822 die Kirche von Rasen-Antholz und 1825-26 jene von Sexten erbaut. Ihm ist auch die Entstehung des ursprünglichen Gebäudes des Ferdinandeums in Innsbruck zu verdanken (1842). Das Interesse, das Bozen „ausländischen“ Architekten entgegenbringt lockt auch GIOVANNI TACCHI aus Rovereto her. Während seines Aufenthaltes in Südtirol realisiert er zahlreiche Bauten, wie die Kirche von Girlan, de Bozner Friedhof (der während des letzten Krieges zerstört wurde) die Renovierung des Hotels Kaiserkrone am Musterplatz (1829-39), das Pomaroli-Gebäude in der Museumstraße 29 (1849), das de-Ferrari-Haus in der Kapuzinergasse 6 (1939). Das Kolpinghaus (früher Gesellenhaus) in der Krankenhausstraße und das Zallinger-Haus in der Dr.-Streiter-Gasse mit den gleichen, neoklassizistisch anmutenden architektonischen Lösungen stammen aus den selben Jahren.

Gegen die Mitte des Jahrhunderts wird SEBASTIAN ALTMANN (1827-94) von der Bozner Kommunalverwaltung gerufen, die entschlossen ist das Stadtbild durch Bauten im Rundbogenstil zu erneuern. Die „Neuheit“ besteht aus der freien Verwendung von Elementen der Florentiner Gotik und der Italienischen Renaissance. Die feine Gesellschaft von Bozen war von den Ideen Altmanns begeistert und überhäufte in mit Aufträgen: die Villa Mariaheim in Gries (1875): das Kirchlein von Kohlern; die Villa Defregger (1885); die Villa Widman in Gries (später abgerissen); das Franziskaner-Gymnasium (1882); der Palais Widmann (1882), in dem die Präfektur untergebracht wurde. Nach vielen Erfolgen wurde dem selben Architekten auch der Auftrag für den Entwurf eines Planes für die urbane Erweiterung zwischen den Flüssen Eisack und Talfer und beim Zugbahnhof.

Trotz der fortwährenden Anpassungen, haben die Dante- und die Carduccistraße in Bozen ihr (städteplanerisch unbedeutendes) Aussehen bis heute Altmann zu verdanken. Andere Architekten, die allesamt von außerhalb gekommen sind, folgten Altmann Beispiel und entwarfen weiterhin Gebäude im überholten Stil der Renaissance. Es ist dies eine Epoche, die von Ideenarmut gekennzeichnet ist, und die Architekten die von ganz Europa nach Bozen gekommen sind finden im „Historismus“ Ansporn. Sie mischen unbefangen Altes mit Neuem. So entstehen weiterhin neugotische, neubarocke, neuromanische und Neu-Renaissance-Gebäude mit ästhetisch langweiligen Lösungen die von Profis entworfen wurden, welche unfähig waren über diese beschränkten stilistischen Grenzen hinwegzusehen.

Denkwürdig sind die Theorien Eugène Emmanuel Viollet-le-Ducs (Paris 1814 – Lausanne 1879), ein Vertreter der Romantik und unbefangener Restaurator von historischen Gebäuden der, bewusst oder unbewusst, große Schäden am architektonischen Schatz verursacht hat. Sein „Architekturlexikon“, mit Illustrationen aus eigener Hand, wurde weltberühmt. Zu jener Zeit wurde sogar in Amerika, wie zuvor schon in England, die Architektur Palladios wiederentdeckt und dessen Villen in der Gegend um Vicenza wurden zum Vorbild für öffentliche und private Gebäude. Ein weiterer Verfechter des mittelalterlichen Baustils war PFARRER KARL ATZ der mit frevelhaftem Erfolg die Zerstörung von religiösen Zeugnissen, vor allem aus dem Barock und dem Neoklassizismus, erreichte.

„Der Geschäftsmann“ – schrieb E.H. Gombrich in Bezug auf jene Zeit – oder die Gemeindeverwaltung die eine neue Fabrik, einen Zugbahnhof, ein Schulgebäude oder ein Museum planten, forderten für ihr Geld Kunst. Deshalb verlangten sie, wenn alle anderen Anforderungen erfüllt waren, dem Gebäude das Aussehen einer Normannischen Burg, eines Palazzo aus der Renaissance, oder gar einer orientalischen Moschee zu verleihen. Bestimmte Forderungen wurden mehr oder weniger erfüllt, das Problem blieb aber das selbe. Die Kirchen wurden gewöhnlich im Stil der Gotik erbaut, da dies der vorherrschende Stil in der so-genannten „Zeit des Glaubens“ war. Man hielt es für angemessen Theater im großspurigen barocken Stil zu bauen, während für Palais und Ministerien die prunkvollen Formen der Italienischen Renaissance angebrachter schienen, um den Gebäuden größere Würde zu verleihen.

In diesem Geist wurde das Hotel „Erzherzog Eugen“ (1892), das strengen Linien der Renaissance folgt (abgerissen), die Häuser des Architekten KARL MOESER (1879) in der Bozner Museumstraße und das Hotel Bristol (ebenfalls abgerissen), welches nach dem Entwurf des Wiener Architekten LUDWIG SCHÖNE entstand, errichtet.
Die Kataloge mit Zeichnungen von eindrucksvollen Gebäuden, märchenhaften Villen, Detailaufnahmen von Hausfluren, Fenstern und Hauseingängen, die von pensionierten Architekten zusammengetragen wurden, gingen in den Architektenbüros weg wie warme Semmeln. Keine Stilrichtung blieb verschont. So entstand die Residenz Campill und das Haus an der Ecke Obstplatz-Museumstraße, im streitbaren Stil der „Englischen Gotik“. Das letztere ist von etwas überladenem Stil, mit einem Balkon aus Schwebebögen und einen Turm mit abgestuften Motiven.
An der Stelle dieses Gebäudes stand einst der berühmte Gasthof „Zur Sonne“, an den eine 1910 erinnert. Der romantische Stil hingegen fand in der Realisierung der von JOHANN BITTNER,dem Schwager von Sebastian Altmann, entwickelten Heiligen-Kreuz-Kirche in der Rauschertorgasse in Bozen, die wegen ihrer in einem beschränkten Raum gezwungen düsteren Erhabenheit hervorsticht, Platz. Ebenfalls von der Gotik inspiriert sind das Mausoleum von Schenna, vom Wiener Architekten MORITZ WAPPLER (1869) und die Erneuerung von Schloss Montan, welches von AUGUST VON ESSENWEIN restauriert wurde (1831-32). In Bruneck wurde die neue Pfarrkirche nach einem Projekt des Österreichers HERMANN BERGMANN wieder aufgebaut (1855). Sie hat Satteldach an der Vorderseite unter dem sich in einer Nische eine hölzerne Madonnenfigur des Meraners FRANZ PENDL (1854) befindet. An beiden Seiten des Hauptgebäudes ragen zwei wirkungsvolle Türme mit spitzbogigen Fenstern und pyramidalem Dächern empor.

Das wichtigste Ereignisjener Zeit war sicherlich die Errichtung der Wehrbauten bei Franzenfeste: sie sollten ein uneinnehmbares Bollwerk zum Schutz Tirols darstellen. Die Bauarbeiten begannen im Juni 1833. Das Areal umfasste fast einen ganzen Quadratkilometer zwischen den Orten Oberau und Unterau. Um das Projekt zu entwickeln wurde ein Experte aus Wien geschickt: der Ingenieur Generalmajor FRANZ VON SCHOLL. Die Festung wurde mit Granitquadern die aus den Höhlen von Spinges kamen erbaut, sie besteht aus einem unteren und einem obern Bau die mit einer überdachten Stiege (433 Stufen, 80 m Höhenunterschied) verbunden sind. Die benötigten Arbeitskräfte kamen zum größten Teil aus der Armee, deshalb profitierte die örtliche Wirtschaft kaum von dem Bau. Nicht nur der technische, sondern auch der architektonische Aspekt waren den Erbauern ein Anliegen. Dies kann man an den Fenstern mit niederen Bögen die an jene in den römischen Thermen erinnern sollen. Das Resultat war ein würdevoller Bau, wie es sich für eine solche, noch dazu österreichische, Festung gebietet.

Die feierliche Einweihung der Festung fand am 18. August 1838 statt. Im Inneren der Kirche wurde später ein neugotische Kirche errichtet die von GEDEON VON RADO, ebenfalls Soldat des Österreichischen Militärs, entworfen wurde. Der Altar wurde von JOSEF STAUDER aus Sexten gemacht. Die Altartafel, welche „Die Geburt Christi“ darstellt wurde von CARL BLAAS bemalt. Die Weihung der Kirche fand am 22. Oktober 1845 statt.

Home
Italiano
Deutsch
E-mail
Impressum
Privacy
Casanova

Loden Liebling Wagner

€ 459,90

Haut- und Gelenkscreme mit Murmeltieröl Unterweger

€ 11,00

Jacke Blaser Active Vintage (Herren)

€ 249,95
€ 199,95