Testatina

BILDHAUEREI


In den Werkstätten der Bildhauer wird, von den aus Bayern kommenden plastischen Phantasien und vom Klassizismus inspiriert, an der Erneuerung der alten, meist mittelalterlichen Manufakte gearbeitet. In diesem Zeitgeist, gilt die Plastik nicht mehr als eigenständiges Objekt, sondern wird zum wesentlichen Bestanteil eines architektonischen Werks. Die Stadt Brixen avancierte zum führenden Zentrum der barocken Bildhauerkunst in Südtirol, die Künstler aus Deutschland, aber vor allem aus dem Pustertal und dem Trentino anzog.

In Neustift wurde von GIUSEPPE DELAI und GEORG PHILIPP APELLER aus Innsbruck die Restaurierung der Marienkapelle in Angriff genommen (1734-1737). Sie haben bayrische Stilelemente eingeführt. Das prunkvolle Innere wurde von Künstlern verschiedener Herkunft ausgeschmückt, die ein Meisterwerk im „Rocaille“-Stil (Rocaille = Muschelwerk) erschaffen haben. Prächtigen Fresken, Marmorverzierungen, bunte Stuckarbeiten machen sich zwischen Bögen, Kapitellen, prunkvollen Altären und Engelchen Platz, die zum Reiz dieses herrlichen Tempels beitragen.

In den Südtiroler Tälern ist ein reges Treiben von Bildhauern zu Verzeichnen, unter denen JOHANN PERGER aus Innsbruck aus Stilfs hervorsticht. Er hat außer einigen Werken in Österreich auch den wichtigen Hauptaltar der Brixner Pfarrkirche kreiert. Dieser Künstler, der seine Ausbildung im Atelier ANTON FERERS erhalten hat, gilt als der beste Bildhauer jener Zeit. Nach einem Aufenthalt in Augsburg, wahrscheinlich um sein Handwerk zu perfektionieren, kehrt er mit 31 Jahren in die Heimat zurück, wo er eine intensive Tätigkeit beginnt. 1761 bringt er den Altar von Schönberg zur Vollendung, 1762 zwei Altäre in Mieders, 1763 drei Altäre, die Kanzel und den Beichtstuhl der Kirche von Gschnitz, den Hauptaltar von Steinach (1764-66), den Hauptaltar der Pfarrkirche von Ridnaun (1764-67) mit Statuen von Johannes dem Täufer, Zacharias und Elisabeth. 1767 geht er nach Wien und wird Mitglied der Akademie. Ins Pustertal zurückgekehrt führt er, wie wir schon gesehen haben, den Hauptaltar der Brixner Pfarrkirche mit klassizistischen Elementen und den Hauptalter der Pfarrkirche von Oberpettneu (1774); jenen der Pfarrkirche von Toblach der aber wegen des jähen Tod des Künstlers unvollendet geblieben (1774) ist. Er ist auch der Autor der wertvollen allegorischen Bronzefigur die „Pallas Athene die einen Künstler vor dem Neid schützt“ darstellt“ (1767), die nach Berlin gelangt ist.

Im Ursulinenkloster von Bruneck befindet sich ein Kruzifix mit besonders wertvollen Schnitzereien, dessen ursprüngliche Polychromie erst vor kurzem wieder hergestellt wurde. Das Werk wird JOHANN GEORG SILLY (1698-1776) zugeschrieben, der sich als der Autor jener Statuen gilt, die den Hauptalter der Wallfahrtskirche zum Heiligen Kreuz in St. Lorenzen schmücken (1742). Zu den oben genannten gesellen sich weitere bedeutende Schnitzern und Bildhauer. Die bedeutendsten darunter sind:

JOHANN BARAT – in Sand in Taufers geboren. Wie der Bruder RAPHAEL, hat er sein Handwerk in der Werkstatt von ADAM BALDAUF in Brixen erlernt. Später begibt er sich nach Schlägel, wo er im Kloster tätig ist.

RAPHAEL BARAT – auch er geht nach Brixen in die Lehre. Er hat die Statuen in der Gedächtniskirche von Rovereto angefertigt.

MICHAEL RASNER – der Sohn des Pustertaler Bildhauers FRANZ RASNER (Autor von zahlreichen Arbeiten im Gebiet Sterzing), wurde in Bruneck geboren (1661-1725). Im Alter von 33 Jahren zieht er nach Brixen, das immer noch ein wichtiges Kunstzentrum ist, und arbeitet mit Hilfe der Gönnerschaft Antonio Wenzls. Dieser beauftragt ihn mit der Herstellung von zahlreichen Altären, wie jenen der Pfarrkirche von Bruneck (1716), von Klausen (1721) Olang (1711) und Enneberg (1712).

CHRISTIAN GREINER senior, war zwischen 1694 und 1720 in Schluderns aktiv. Er ist der Autor der Figuren der Schludernser Pfarrkirche, des Rosenkranz-Altars in Lichtenberg (1708 ca.), und der Altäre der Friedhofskirchen von Glurns (1709) und St. Martin bei Burgeis (1712).

CHRISTIAN GREINER junior (1704-1778). Der Sohn des letzteren, hat zahlreiche Arbeiten, wie die Altarfiguren der Kirchen von Glurns (1734) und Sulden (1768), hinterlassen.

GEORG MAYR junior (1686 – 1754) – der Sohn eines Völser Bildhauers, hat den Neptun-Brunnen am Bozner Obstplatz angefertigt. Die Plastik liegt auf einem eleganten Marmorsockel mit Voluten auf. Auf diesem wiederum liegen drei große Muscheln aus Bronze, in die von den Delphinen, auf denen die Statue der Gottheit steht, Wasser strömt. Ein anderes großartiges Werke das anscheinend die Fähigkeiten des Künstlers besser dargestellt habe, soll zerstört worden sein.

DOMINIKUS VINAZER (1666 1736) – war das dritte Kind von Melchior Vinazer aus Gröden. Er hat die zwei Seitenaltäre der St. Antonius-Kirche in St. Ulrich (1693-96) und die interessante Statue des St. Benedikt von Seis (Stadtmuseum Bozen, vermutlich in Zusammenarbeit mit seinem Bruder Giovanni) geschaffen. Bei der Rückkehr von einem Venedigaufenthalt gründet er mit seinem jüngeren Bruder Martin eine Bildhauerwerkstatt, in der zahlreiche Werke entstehen: der Altar von St. Jakob bei Bozen (1701), der 1944 zerstört wurde, die Altäre in den Kirchen von St. Magdalena (1101), von Albions (Lajen) (1720) und Tschöfas (Lajen; 1731).

KASSIAN MELCHIOR VINAZER – der Sohn von Domenikus, tritt 1732 an die Stelle des Vaters in der Führung der Kunstwerkstatt. Er ist der Autor des Hauptaltars und der Kanzel der Jakobskirche in Gröden (1750 ca.) und des Marmoralters der Bozner Pfarrkirche. In diesen Arbeiten ist die Inspiration an die italienische Tradition vermischt mit bayrischen Einflüssen offensichtlich. Diese Mischung finden wir in einem interessanten Gleichgewicht im Hauptaltar des Klosters Neustift wieder, der von MATTHÄUS GÜNTHER entworfen wurde (1742).

GIAMBATTISTA LEITNER– der gebürtige Meraner ist der Sohn von MATTHIAS LEITNER. Um das Jahr 1726 hat er den Hauptaltar der Pfarrkirche von Sarnthein, den es nicht mehr gibt, fertig gestellt. Er stirbt 1731.

DOMINIKUS MOLIN – gebürtiger Gadertaler (1691 – 1761). Er bekam seine erste Ausbildung in der traditionellen örtlichen Kunstschule ausgebildet, und vervollkommnete sein Können in Venedig und Rom. Nachdem er bei Permoser in Dresden gearbeitet hat, zieht er nach Mori im Trentino, wo er in der Werkstatt von Teodoro Benedetti tätig ist. Unter den zahlreichen Arbeiten die er für sein Heimatdorf angefertigt hat, wollen wir auf das hölzerne Relief von Johannes Nepomuk, die Marienfigur und die Kanzel (wird im Innsbrucker Museum aufbewahrt) aufmerksam machen.

JACOB PODER – der in Schleis geborene Bildhauer war in den ersten Jahrzehnten des 18. Jahrhunderts in Kaltern tätig. Ihm werden der Hauptaltar und die zwei Seitenaltäre des Wallfahrtskirche von Weissenstein (1710) zugeschrieben. 1713 realisiert er den Altar der St.- Georgskirche in Planitzing (der sich heute in Kurtatsch befindet). Für die St. Josefs-Kapelle von Cavalese hat er die Alabasterfigur des Schutzpatron (1728) angefertigt.

GIUSEPPE ANTONIO VINAZER – der Neffe von Martin Vinazer wurde 1749 in Bulla geboren. Er zieht nach Spanien, wo er als Steinmetz großes Ansehen genießt. Er verbringt sein Leben in Toledo, wo er unter dem Namen José Antonio Finacer bekannt ist. Er stirbt hier um das Jahr 1804.

KONRAD WIZER – (1693 – 1768) – er ist der Sohn eines Kunsthandwerkers der in Brixen seine Werkstatt hat. Auf einer Italienreise schnappt er jene Stilelemente auf, die er verwenden wird, um die lokale Tradition zu erneuern. Wieder in Brixen stellt er Figuren für die Pfarrkirche und den Dom seiner Heimatstadt , für den er auch die Kanzel gefertigt hat, her. Mit dem Tod des Künstlers verliert Brixen seine eigene Bildhauerschmiede und muss in Zukunft ausländische Künstler beauftragen.

ANDREAS RAINALTER – wurde im Vinschgau geboren (1741 – 1812), er lebt in Bozen, wo er eine erfolgreiche Werkstatt führt. Er hat die große Kreuzigung der Franziskaner angefertigt, und die drei von Johann Perger in Angriff genommenen Altäre von Niederdorf fertig gestellt.

Während des 18. Jahrhunderts war Südtirol der Treffpunkt für viele Kunsthandwerker aus Kärnten und Bayern. Diese waren auf die Herstellung von billigen Stuckarbeiten spezialisiert, so haben sie viele Altäre in falschem Marmor angefertigt (z.B. der Altar der alten Grieser Pfarrkirche von FRANCESCO CANEVALE). Ein Autor solcher Altäre war, zum Beispiel FRANZ HANNIBAL BITTNER, aus Kärnten.

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